Chancengerechtigkeit mit dem jetzigen Thüringer Bildungsplan gegeben?

Dem Thüringer Bildungsplan fehlen entscheidende Antworten zum notwendigen Personalbedarf in den Kindertagesstätten, um überhaupt in Thüringen den Bundesdurchschnitt aller Bundeseländer zu erreichen. Mit dem derzeit gültigen Personalschlüssel können die pädagogischen Fachkräfte nicht einmal die Rahmenbedingungen in den Thüringer Kindertagesstätten sichern.
Wenn ich Gelegenheit habe, meinen Enkelsohn Florian aus dem Kindergarten zu holen, kann ich mir, auch u. a. in Gesprächen mit den Kindergärtnerinnen ein Bild von der personellen Situation vor Ort machen.
Die mit viel Engement arbeitende Leiterin der KIKA, zeigt mir auf, was noch geht und was nicht mehr, wenn Krankheit und Urlaub noch dazukommen.
"Die Kinder sind wie so oft als schwächstes Glied die Leidtragenden" So der Kommentar einer Leiterin aus einer anderen Kindertagesstätte im Eichsfeld in der TLZ vom 17.06.2009.
Die wichtigsten Grundlagen für die Entwicklung des Menschen werden in den ersten 5 bis 6 Jahren gelegt und prägt diesen fürs ganze Leben.
Und ausgerechnet da wollen wir sparen? Eine Investition in die Zukunft sieht anders aus.
2000 Erzieherstellen sind nachweislich notwendig, für das Erreichen des Bundesdurchschnittes, um Kinder nicht nur "aufzubewahren".
Das Mindeste, was als kurzfristige Umsetzung ansteht!

Dazu kommt noch eine weitere falsche Weichenstellung der jetzigen Landesregierung.
Durch die Zahlung des Erziehungsgeldes für Zwei- bis Dreijährige von 150-€ wurde ein Anreiz gerade für ökonomisch schwächere Familien geschaffen, ihre Kinder nicht in eine vorschulische Bildungseinrichtung zu bringen. Dies habe zu einem spürbaren 2-stelligen Rückgang der Betreuungsquoten in den Kitas geführt.
Ein Kardinalfehler, kann ich da nur sagen!
Von Chancengerechtigkeit aller Kinder kann man schon im Vorschulalter nicht mehr sprechen.
Auch das gilt es zu ändern! Alle sollen die gleichen Startbedingungen bekommen.

Dafür werde ich mich nachdrücklich einsetzen.

19.07.2009 2012